Rückblick: Exkursion – Erkundung des Lehnitzsees mit dem Forschungsschiff „Solar Explorer“

Am 11.10.2018 bekamen die Schülerinnen und Schüler des NaWi-Kurses der 7a die Gelegenheit mit dem Forschungsschiff „Solar Explorer“ den Lehnitzsee zu erkunden.

Nach einer Busfahrt durch die mit buntem Herbstlaub geschmückte Region Velten-Leegebruch-Oranienburg und einem kurzen Fußmarsch kamen 12 neugierige und aufgeweckte Forscher und Forscherinnen an der Sportbootwartestelle gegenüber der Lehnitzschleuse an.

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Bei der Beobachtung der heimischen Seevögel fiel ein besonders tiefschwarz gefiedertes Exemplar mit langem Hals und charakteristischem Ruf auf. Etwa ein Rabe? Nein, die Gestalt erscheint doch stromlinienförmiger und der Hals ähnelt dem eines Schwans. Eben noch zog er dicht über der Wasseroberfläche her, dann schwang er sich zum Trocknen seines Gefieders auf einen der nah am Ufer stehenden Pfosten eines Stegs. Ein geübter Taucher, ein Fischräuber. Ein Wasserrabe. Der Kormoran bewegte sich im Fokus und zog die Beobachter in seinen Bann.

Natürlich liessen sich mit den Ferngläsern auch ganz wunderbar die Ufersäume des Lehnitzsees und die übrigen Wassergefährte einer genaueren Beobachtung unterziehen.

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Dann kam die Multiparametersonde zum Einsatz. Wie bitte? Multi-Parameter-Sonde? Was soll das für ein Gerät sein? Multi, viele. Parameter, Größen, wie Temperatur, Sauerstoffgehalt des Wassers und pH-Wert etwa und Sonde, also ein stabförmiges Untersuchungsinstrument. Aha, also wie ein digitales Fieberthermometer für den See mit zusätzlichen Funktionen? So in der Richtung. Die Forscherinnen schnappten sich also die Multiparametersonde, um dem See seine inneren Werte zu entlocken. Wie praktisch, dass die digitale Anzeige rasch ein Ergebnis präsentierte.

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Und wer fühlt sich hier noch so wohl neben der Flussmuschel, dem Wasserraben (Kormoran) und den Fischen? Ganz kleine Wesen, winzige, so winzig klein, dass ihnen ein Wassertropfen zum munteren Schwimmen ausreicht. Den Hüpferlingen, Wasserflöhen und Flohkrebsen. Ein wuselndes Spektakel, das mit etwas Übung besonders gut unter dem Biokular beobachtet werden konnte.

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Hier wird mit einem Greifer das Sediment vom Grund geborgen. Bereits der Geruch nach Schlamm und Fisch faszinierte.

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Mit der Secci-Scheibe lässt sich die Sichttiefe bestimmen und auf die Gewässerqualität schließen.

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Wie Solarenergie eingefangen und genutzt werden kann, konnten wir im Modellsatz nachbauen.

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Hier wird die Wassertemperatur gemessen.

Auswertung_I Auswertung_II

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Schließlich trugen die Entdecker und Entdeckerinnen angeleitet vom Umweltbilder ihre Ergebnisse zusammen und erhielten Erkenntnisse über den Lehnitzsee und seine Lebensbedingungen im Herbst.

Nicht nur bei den Anglern in der Gruppe machte ein durch Sauerstoffmangel hervorgerufenes Fischsterben in den Brandenburger Gewässern im Sommer 2018 Eindruck. Der selbst gemessene Sauerstoffgehalt des Lehnitzsees kann demnach in der heißen Jahreszeit ein ganz anderer sein. Die Temperatur eines Sees unterliegt natürlichen Schwankungen während der Jahreszeiten und hat auch Einfluss auf den Sauerstoffgehalt und dieser wiederum auf das Leben im See und schließlich auf das Anglerglück. Das blieb den angelbegeisterten Schülern im Gedächtnis.

Die „Solar Explorer“ als solarbetriebenes Forschungsschiff sollte zu guter Letzt noch Anlass sein, über den Einsatz von Solarenergie im Alltag zu diskutieren. Haben nicht Eltern und Nachbarn Solarzellen auf dem Dach, wird in Brandenburg nicht Sonnenenergie in Solarparks „angebaut“ oder sagt man besser „abgebaut“? Als Experten für solarbetriebene Mini-Ventilatoren schlugen die Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler solarbetriebene Motorräder, Vertretungspläne und Handys vor. Solarzellen für das Schuldach! Warum auch nicht? Eine Technologie für die Gegenwart und Zukunft.

Im Verlauf des Vormittages sammelten die Schüler und Schülerinnen im Kurs Quizfragen zur „Solar Explorer“ und ihren Erkundungen.

Wer also wissen will, wie lang die „Solar Explorer“ ist, wie tief der Lehnitzsee an der tieften Stelle ist, was das grüne in den Hüpferlingen ist, wie die garnelenähnlichen Tiere im flacheren, ufernahen Wasser heißen, die unentwegt mit ihren Beinen rudern und wie Flöhe zu hüpfen scheinen, mit welchen Instrumenten man einen See untersuchen kann und was bitte schön eine Secchi-Scheibe mit der Wasserqualität zu tun hat, dem sei eine Forschungsreise empfohlen. Auf dem Lehnitzsee.